Friedlich liegt das Bahrain Fort in der untergehenden Abendsonne
Zwei Jahre lang war Bahrain unsere Wahlheimat gewesen. Das war 2013-2015. Eine wunderbare Zeit mit wunderbaren Bekanntschaften, aus denen schnell Freundschaften wurden. Oft denken wir an diese Zeit zurück und insgeheim wünschte ich, wir könnten wieder dort anknüpfen, wo wir aufgehört hatten: ein bequemer Lebensstil, weit weg von dem Stress der deutschen Bürokratie, den vielen Kopfschmerzen unserer Gesellschaft hier in Mitteleuropa, Sonne… Aber auch weg von den vielen Absicherungen, die uns Deutschen als Sicherheits-Neurotikern so wichtig sind, denn die gibt es in vielen anderen Ländern nun einmal nicht. Bei guter Gesundheit und starkem Leistungsprofil mit dem Mut und der Akzeptanz des anderen Lebens wäre sicherlich viel möglich gewesen.
Bis jetzt. Und nun? Millionen Menschen am Persischen Golf und darüber hinaus, ja eigentlich weltweit hatten jahrzehntelang von einem stabil-fragilen Zustand profitiert: der ungeschrieben Abmachung der Anreinermächte “wenn Du mich nicht angreifst, greife ich Dich auch nicht an“. So konnten Millionen von Gastarbeitern v.a. vom indischen Subkontinent ein (mit den Heimatländern vergleichsweise) profitables Leben führen und westliche Ausländer aus der Mittelschicht ein quasi Oberschichtleben genießen. Das Öl und Gas reiste bequem durch die Strasse von Hormuz um die ganze Welt.
Durch unnütze Aggression, gepaart mit Ignoranz, Unwissen und Arroganz ist das alles ins Wanken geraten und viele Menschen treibt die Furch um, Existenzen sind bedroht.
Uns schmerzt das sehr und belastet uns. Die Sorge um unsere Freunde und Bekannten, die betroffenen Ländern, deren Gesellschaften im Vergleich zu Europa viel jünger und dynamischer sind und sehr viel Potential haben, die Natur…
Wir hoffen, dass Bahrain und seine Nachbarn bald wieder zu einem beständigen Frieden finden, die der gesamte Nahe Osten so sehr verdient!
Das nächste Auto wird ein U-Boot! Jupp, das wärs wirklich: Corona kommt und man taucht einfach ab. Man macht sich aus dem Staub und hat mit dem Mist nichts zu tun. Eine Angel sollte man schon mitnehmen, falls das Proviant ausgeht. Und ne kleine Meerwasser-Entsalzungsanlage an Bord wäre auch nicht schlecht. Also: das nächtste Auto wird ein U-Boot mit Anhänger!
Oder man läßt sich auf den Mond schiessen – im wahrsten Sinne des Wortes. Während die Seuche auf dem Planeten grassiert, sitzt man wortwörtlich “kontaktbeschränkt” und mit einem Vielfachen des Mindestabstands da oben und guckt runter.
Na gut, das wäre auch keine Option für mich. Dann lieber auf der Erde, am besten in der Wüste…. (natürlich in der Wüste, wo denn sonst 😉
Jetzt bloß nicht schlapp machen!
Jetzt haben wir schon fast Ende Februar und die Tage werden schon wieder etwas länger. Klar: Normalität ist noch lange nicht in Sicht, aber ich sehe es mal so: von der dunklen kalten Jahreszeit (ich rechne Oktober-März) haben wir bereits 2/3 geschafft!
Mutationen und das Impfstoff-Debakel sind zwar Dämpfer, allerdings muss man auch mal etwas feststellen: bei allen Mängeln wurde von den Verantwortlichen aber auch gute Arbeit geleistet und viele richtige Entscheidungen getroffen. Bei einem Land mit “roundabout ” 83 Mio Einwohnern mit fast ebenso vielen Meinungen und vor allem selbsternannten “Experten” eine Leistung. Und: die meisten Menschen halten sich an die Vorgaben, Querdenker hin oder her. Es gab keine Ausschreitungen wie in den Niederlanden. Auch das muss man wertschätzen. Jetzt bloß nicht schwach werden und nachlassen. Das gilt für uns, wie auch für die Entscheidungsträger. Und von denen wünsche ich mir mehr Pragmatismus und weniger Wahlkampf!
“Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt!” – im Rahmen der Möglichkeiten
Wir persönlich merken, dass wir uns erstaunlich gut inzwischen an die Situation gewöhnt haben. Man “baut sein Leben um“. Kein Geldausgeben im Cafe, mehr Spaziergänge und mehr Internet. Letzteres schein inzwischen die Lebensader zu sein. Nicht nur Homeschooling oder Homeoffice sind von davon abhängig, auch die Freizeitgestaltung ist es in größerem Maße. Fernsehen schauen wir nicht mehr live. Dafür gibts mehr Youtube und Filme aus der Mediathek verschiedener Sender. Bei guten Filmen kann man träumen, zum Beispiel vom U-Boot als Flucht vor Corona oder Raumschiffen.
Nicht aus der Kurve fliegen!
Aber das reicht natürlich nicht, irgendwann bekommt jeder mal einen “Koller“, das ist ganz normal. Aber was ist normal? In diesen Zeiten ändern sich die Maßstäbe. Kriege, Katastrophen, Krisen, der Mensch hat sich immer wieder angepasst, sich sozusagen neu erfunden. Das wird er auch dieses Mal tun. Die Klimakrise, das Virus. Man könnte den Eindruck gewinnen, die Natur wehrt sich gegen das zerstörerische Wesen Mensch. Ein Virus reicht nicht, es werden mehr folgen. Wir wissen, dass die Erderwärmung zu einer gesundheitlichen Gefahr wird, auch für den Menschen. Nicht nur die direkte Hitze, sondern auch Ernteausfälle und nicht zuletzt Erkrankungen, die man eher in südlicheren Ländern erwarten würde: Das Krim-Kongo-Fieber, das durch eine neue Zeckenart übertragen wird und das West-Nil-Virus fallen mir da gerade ein.
Keine Mutation, sondern ein Spass des Autors zum Rosenmontag (mit künstlichem Bart)
Jetzt also SARS-CoV-2 und seine Mutanten. Dabei scheint der Mensch doch eigentlich die gefährlichste Mutante zu sein. Mit seiner zerstörerischen Kraft ist er für Mutter Natur inzwischen eher eine Fehlentwicklung als die “Krone der Schöpfung“. Kriegen wir die Kurve? Das mag sich so mancher fragen, ich auch. Aber ich sehe schon, wie der Mensch ganz besessen ist, alles erdenkliche in Gang zu setzen, um seinen Lebenstil so fortsetzen zu können, anstatt die Weichen neu zu stellen. Wir werden eher noch größere Klimaanlagen bauen, um uns zu kühlen, anstatt weniger CO2 zu emittieren. Dabei bin ich mir noch nicht einmal sicher, wer wirklich den größten Ausstoß verursacht. Wie dem auch sei, ich gebe schon mal eine Prognose ab: derjenige Wirtschaftszweig, der am meisten Geld bringt, wird sicherlich von Restriktionen am meisten ausgespart werden, auch wenn er viel emittiert. Dem Wirtschafts- bzw. Industrielobbyisten sei “gedankt”.