B2 !

Nein, es handelt sich hier nicht um einen B2-Bomber der US Airforce, der Südkorea überfliegt, sondern über das erzielte Niveau meines erfolgreich absolvierten Sprachkurses.

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“Plugga! Plugga! Plugga!” (“plügga!” bedeutet “pauken”)

Nachdem wir am 29. August letzten Jahres in Falun angekommen waren, ging es bereits am 1 September 2015 mit dem Intensiv-Sprachkurs im Kompetenzzentrum des “Falulasarets” los. Zwölf Teilnehmer aus Deutschland, Belgien, Estland, Polen, Serbien, Somalia, Island und dem Iran hatten sich zusammengefunden, Ärzte, Krankenpflegepersonal und ein Psychologe. Schnell hatte sich daraus eine fest verschworene Gemeinschaft entwickelt. Immerhin mussten wir 6 Stunden am Tag die Schulbank drücken, zuzüglich täglich etwa 2 Stunden Hausaufgaben. Das zehrte schon etwas an den Nerven, zumal jeden Tag eine fülle von Informationen hinzukamen. So ging das gute 2 Monate, bis wir fast die komplette schwedische Grammatik “durchgehechelt” hatten.

 

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Das “Kompetenscentrum” rechts im Bild

 

Anschliessen wurde es spannend: der erste richtige Kontakt mit unserem neuen Arbeitsumfeld. Natürlich hatten wir schon im Vorfeld im Rahmen unserer Vorstellungsgespräche zahllose Hände geschüttelt und den ein oder anderen Tee getrunken, aber jetzt hatten  wir 2 volle Tage in der Woche Zeit uns langsam einzugewöhnen. Eigentlich eher zur sprachlichen Weiterentwicklung gedacht, war es aber auch eine gute Möglichkeit Kollegen und die eigentliche Arbeit besser kennenzulernen.

Die ersten Schritte waren sehr holprig, alle sprachen natürlich nur Schwedisch mit uns. Nicht so wie unsere Lehrerin, nein ganz normal schnell und entsprechend schwer zu verstehen. Ich hatte dabei Glück, weil auch “mein Kumpel Bert” -ein großer Mittfünfziger aus Belgien mit einem Gesicht wie Mr. Bean und einem herben Humor- in der gleichen Vårdcentral (also Versorgungseinrichtung) wie ich arbeitet. So waren wir wenigstens zwei Doofe, die wahrscheinlich so aussahen, als ob sie an der Hand über die Strasse geführt werden müssten…

Inzwischen haben wir uns aber ganz gut an das sprachliche Niveau gewöhnt und auch die Gespräche mit den Patienten gestalten sich zunehmend einfacher.

Ab in die Grube!

Zum Abschluss unseres Kurses machten wir am letzten Tag einen Ausflug in die “Falu Gruva”, die Grube in Falun. Bereits im 9. Jahrhundert hatte man begonnen v.a. Kupfer abzubauen, aber auch Gold und Silber. Im 17 Jahrhundert kamen zwei Drittel des weltweit abgebauten Kupfers aus der Grube in Falun. Bis in die 90er Jahre war sie aktiv, 2001 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

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Als Besucher bekommt mannur einen kleinen Teil zu Gesicht, was trotzdem sehr interessant ist. Es ist etwas stickig und feucht, aber mit +10 Grad angenehm war zu den -20 Grad Aussentemperatur! Die Wege im Stollen sind gut ausgebaut, Licht ist ausreichend vorhanden. Trotzdem kann man sich die gruselige Athmosphäre sehr gut vorstellen, nicht zuletzt als der Guide zur Demonstration dür einen Moment das elektrische Licht und die Kerze löscht. Bis etwa 55-60 Meter tief kommt der Besucher, in der aktiven Zeit reichten die Stollen bis 360 Meter tief.

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Jetzt geht’s nur noch bergab…

Neben vielen Erzählungen ist mir die Anekdote über eine Frau in Erinnerung geblieben, die als junges Mädchen ihren Verlobten vermisste. Als sie eine greise Frau war, wurde in der Grube der gut konservierte Leichnam eines Mannes entdeckt, den die besagte Dame schliesslich als ihren einst verschollenen Verlobten identifizierte…

Es wird auch berîchtet, dass 1687 bei einem Grubenunglück, bei dem ein großer Teil der Grube einstürzte, niemand zu Schaden kam, was allerdings kein Wunder war:  es war Mittsommer, und niemand arbeitete in der Grube…

Auch heutzutage muss man zur Sommerzeit mit wochen- wenn nicht sogar monatelanger Bearbeitungszeit von Anträgen oder Anfragen rechnen – ganz Schweden ist im Urlaub.

 

 

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50 m unter der Erde

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Reste von originalen Leitern lassen die beschwerliche Arbeit erahnen…

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